Linienchronik der Vestischen Klein- und Straßenbahnen
(1901 – 1982)
Klaus Giesen / Ludwig Schönefeld
2026, 144 Seiten, mehr als 280 Fotos und Abbildungen, Hochformat 21,5 x 28,5 cm, Hardcover mit Fadenheftung
Vestischer Nahverkehr
ISBN 978-3-00-086814-6
Preis 39,00 Euro (zzgl. Versandkosten),
Ihr 125-jähriges Jubiläum können die Vestischen Straßenbahnen in diesem Jahr begehen. Ihre Geschichte begann im Mai 1901 mit der Inbetriebnahme der Straßenbahn Recklinghausen – Herten – Wanne. Allerdings gab es zu dieser Zeit im Vest (der historischen Bezeichnung für den Gerichtsbezirk des mittelalterlichen Gogerichts Recklinghausen) mit der Straßenbahn Herne – Bauckau – Recklinghausen (ab 1898), der Linie Essen – Borbeck – Bottrop der Essener Straßenbahn (ab 1899) und der Oberhausener Straßenbahn mit der Linie Oberhausen – Osterfeld (ab 1900) schon drei andere elektrische Straßenbahnen.
Im Oktober 1982 stellte der traditionsreiche Verkehrsbetrieb auf der Linie 305 zwischen Recklinghausen Hbf und Herne Bf seine letzte Straßenbahnlinie ein; seither verkehren ausschließlich Busse im Bedienungsgebiet der Vestischen; es umfasst heute den Kreis Recklinghausen, die Stadt Bottrop und den Norden Gelsenkirchens. Die beiden Autoren Klaus Giesen und Ludwig Schönefeld haben das Jubiläum zum Anlass genommen, in einer Linienchronik alle Straßenbahnlinien der Vestischen vorzustellen. Und das waren einige: Das Netz reichte von Oberhausen-Osterfeld im Westen bis Lünen-Brambauer im Osten sowie von Marl-Hüls im Norden bis Herne im Süden.
In der Chronik beschreiben die Autoren die einzelnen Linien mit ihrer Geschichte und den häufig wechselnden Streckenverläufen, die jeweils abschließend in Tabellen übersichtlich zusammengefasst werden. Eingegangen wird auch auf die Geschichte der Straßenbahnlinien im Vest mit den einzelnen Netzbereichen und die Linienentwicklung vom Aufbau des Liniennetzes bis 1934, den ersten Streckenstilllegungen ab 1935, den Umstellungswellen von Straßenbahn- auf Busbetrieb ab 1953 und später nochmals ab 1968/1970. Kapitel zur Fahrzeuggeschichte und sogar zum umfangreichen Güterverkehr in verschiedenen Bereichen und Netzen ab 1915 vervollständigen die Chronik stimmig. Absolut sehenswert sind die zahlreichen Fotos vom alltäglichen Straßenbahnbetrieb im Vest, viele davon in Farbe und in guter Bildqualität reproduziert. Da macht es Freude, nicht nur die ohnehin betrachtenswerten Fahrzeuge, sondern auch die städtische und bisweilen auch ländliche Umgebung mit den Menschen, Gebäuden und Autos anzuschauen.
So kann die Chronik absolut überzeugen. Sie erscheint in einer Zeit, in der von einer Verkehrswende die Rede ist. Vielleicht ist die Chance für eine solche Wende, von der auch die Straßenbahn profitieren könnte, so hoch wie noch nie seit den 1980er Jahren. (ms)