Braker Bahn – Vom Zauber der Gummibahn
von Moritz Getta und Sigrid Schwabe
Die Braker Bahn – dabei handelt es sich um die ehemalige, 32 Kilometer lange Bahnstrecke von Olenburg (Oldb) über Großenmeer nach Brake an der Unterweser. 1896 durch die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn in Betrieb genommen war ihr kein langes Leben vergönnt: Schon 1961 wurde der Reisezugverkehr seitens der Deutschen Bundesbahn wieder eingestellt, der Güterverkehr abschnittsweise ab Mitte der 1970er Jahre bis 1998 aufgegeben, nicht zuletzt durch den Bau der Autobahn A29, wodurch die Strecke 1976 zwischen Etzhorn und Ipwege unterbrochen und nicht mehr durchgängig befahrbar war.
Die Autorin, Siegrid Schwabe als Anwohnerin der Strecke und ihr jugendlicher Enkel haben sich in die alte Bahnstrecke verguckt – Wanderungen entlang der Strecke auf der Suche nach Relikten aus der Betriebszeit wurden unternommen, Gespräche mit Anliegern geführt und recht bald war die Idee geboren, die persönlichen Erlebnisse von diesen Wanderungen und Gesprächen und historische Fakten zusammenzutragen und in einem Büchlein zu veröffentlichen. Und so beschreiben die beiden Autoren nach einem kurzen Abriss der Geschichte die einzelnen Bahnstationen entlang der Strecke. Von einigen Stationen fanden sich nur relativ wenige Informationen oder Relikte, von anderen, wie Etzhorn oder Ipwege erstaunlich viel. So kann man erfahren dass der Personenverkehr nie besonders bedeutsam war: Am Bahnhof Etzhorn wurden 1896 täglich 39 Fahrkarten verkauft, 1960 waren es nur noch drei. Zusammengetragen wurde auch einiges an Bildmaterial, weniger vom Zugbetrieb als vielmehr von Bahnhofsgebäuden und anderen Hochbauten. Gerne hätten diese Bilder etwas größer reproduziert werden können; Größe und Umfang des Büchleins standen dem aber verständlicherweise entgegen.
Und warum nannte der Volksmund die Braker Bahn liebevoll auch „Gummibahn“? So ganz genau weiß man das heute nicht mehr; entweder lag es an dem moorigen Untergrund oder es war eine Anspielung auf die Lange Bauzeit der Strecke, die sich „wie Gummi in die Länge zog“. Fazit: Ein Fachbuch ist die Broschüre nicht und sie will und kann es auch gar nicht sein, allein schon von Umfang her wäre das auch nicht möglich. Hier haben die Autorin und ihr Enkel einfach ein Heimatbuch herausgeben wollen – und das ist durchaus gut gelungen. (ms)
2026, 66 Seiten, viele Farb- und S/W-Aufnahmen Hochformat 15 x 21 cm, broschiert
Isensee Verlag, ISBN 978-3-7308-2296-8, Preis 12,00 Euro (zzgl. Versandkosten), verlag@isensee.de